Abschlussausstellung 2026
Jahrgang einundzwanzig

Heike Zappe

Bruch

Wie ein doppelter Boden liegt das Gedächtnis der Landschaft unter der schweren Erde des Oderbruchs. Hier, am östlichen Rande Brandenburgs, breitete sich einst das weitverzweigte Binnendelta des Oderstroms aus: eine sumpfige, regelmäßig überschwemmte Auenlandschaft, fischreich und ungezähmt. Vor fast drei Jahrhunderten wurde dieses Gebiet trockengelegt und urbar gemacht. Trotz seiner Bändigung aber bleibt der Fluss die landschaftsgestaltende Kraft. Dessen bedrohliche Wucht ist durch die jährlichen Hochwasserereignisse stets präsent.

Geschichte hat sich eingeschrieben in diese Umgebung. Die Gegenwart des Erfahrbaren mischt sich – einem Grundrauschen gleich – mit den Mythen und Überlieferungen einstiger Siedler und Zugezogener. Zugleich fanden hier radikale Veränderungen der Lebensumstände seiner Bewohnenden statt.

Auf der Suche nach den Spuren des Geschehenen und dessen Nachhall findet sich jene zarte Resonanz, die in uns und in den Konturen der Landschaft schwingt.

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Bruch